Rauminstallation
Netzwerke sind dazu da zu verbinden, Kommunikationen zu verteilen, zu verbreiten, zusammenzuführen, Austausch und Wechselbeziehungen zu ermöglichen. Es sind Wege mit Schaltstellen, Knotenpunkten, Weiterleitungen. Wir nutzen sie täglich.
Für das Pflanzenreich gilt dasselbe Prinzip. Unter unseren Füßen laufen ständig Informationen durch unterirdische Netzwerksysteme.
Ich stelle mir das Kommunikationssystem der Kartoffelplanzen auf dem Acker vor, wie sich ihre Wurzelfäden wie suchende Finger Richtung dunkleres Terrain tasten, einander Kontakt aufnehmen, sich umschlingen, sich ausweichen, sich verknoten und weiterfließen. Wie sie wichtige Nährstoffe weitergeben, um daraus irgendwann viele Fruchtkörper in Form von dicken Knollen zu formen.
Daraus entstand das Bild „Wurzelgeflecht“, das auch an das aus Kanälen und Leitbahnen bestehende Transportsystem unseres menschlichen Körpers erinnert, welches unsere Organe versorgt. Die Wirkung eines bizarren Labyrinths erzielte ich damit, dass ich nur das Umfeld und die Zwischenräume der Wurzeln in einem grünen Verlauf gemalt habe und die Wurzelfäden ausgespart ließ. Ihre Farbe ist somit das Papierweiß, welches durch das grüne Deckenlicht in der Halle grünlich erleuchtet wird. Die Wand aus Kartoffelkisten dahinter hält das 6,00 m x 3,50 m große Gemälde.
Auf dem Boden davor zeichnete ich mit weißer Kreide einen Kreis bestehend aus dem Geflecht eines weiteren großartigen Netzwerks: dem Pilzmycel. Hier wird die unsichtbare Welt natürlicher Gemeinschaften sichtbar, die jeder Pflanze hilft, als Teil des miteinander verknüpften Ganzen zu gedeihen. Und es leuchtet aus sich heraus.
„Wurzelgeflecht“, Malerei, 6,00 m x 3,50 m, montiert an leeren Kartoffellagerkisten.
„Mycel“, Kreidezeichnung, 3,00 m Durchmesser, auf dem Betonboden davor.
Rauminstallation zur Ausstellung „KartoffelSalat“, KartoffelKunstHalle Diersbüttel, Lbg. Heide, 2022
